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Geschichten » Ottmar Mergenthaler


Ottmar Mergenthaler (Linotype-Setzmaschine)



(* 11. Mai 1854 in Bad Mergentheim - 28. Oktober 1899 in Baltimore)

Ottmar Mergenthaler

Schon früh zeigte Ottmar großes technisches Interesse; seinen Wunsch, Maschinenbau zu studieren konnte ihm der Vater aus finanziellen Gründen nicht erfüllen. Andererseits wollte er nicht Lehrer wie sein Vater werden. Deshalb begann er im Mai 1868 nach dem Besuch der Realschule eine Uhrmacherlehre bei dem Uhrmachermeister Ludwig Hahl in Bietigheim, einem Bruder seiner Stiefmutter. Doch der Wirkungskreis in Bietigheim schien ihm zu klein, deshalb beschloss er, nach Beendigung der Lehrzeit nach Amerika auszuwandern. Am 26.Oktober 1872 landete der Dampfer "Berlin" in Baltimore und unter den 500 Zwischendeckpassagieren, die in der Neuen Welt ihr Glück suchen wollten, war auch Ottmar Mergenthaler.

Er fuhr weiter nach Washington (D.C.), wo August Hahl, ein Sohn seines Lehrherrn eine Werkstatt für elektrische Geräte und Messwerkzeuge betrieb. Dort arbeitete er sich rasch in die amerikanischen Arbeitsweisen ein. 1875 zog er nach Baltimore und fand dort Arbeit in der Maschinenfabrik Charles T. Moore. !881 heiratete er Emma Lachenmaier, eine Tochter deutscher Eltern. Aus der Ehe sind fünf Kinder hervorgegangen. In dieser Zeit entstand ein großer Bedarf nach einer brauchbaren Setzmaschine. Noch arbeitete man mit dem seit Gutenberg gebräuchlichen Handsatz, bei dem die Stundenleistung eines geübten Setzers ca. 1400 Zeichen pro Stunde betrug. Da schon im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts die ersten Druckmaschinen aufgekommen waren, war das Missverhältnis noch größer geworden. Sechs Setzer waren notwendig, um einen Drucker mit Arbeit zu versorgen. Deshalb beschäftigten sich viele Erfinder damit, den Setzvorgang zu mechanisieren, scheiterten aber meist schon an mechanischen Problemen.

Auch Ottmar Mergenthaler versuchte einige Jahre lang nach einer Lösung. Schließlich war es ihm 1884 gelungen, die erste brauchbare Zeilensetzmaschine mit Schreibmaschinentastatur zu konstruieren. Er stellte sie 1886 bei der New York Tribune vor. Der Herausgeber Whitelaw Reid soll bei der Inbetriebnahme ausgerufen haben: "a line of types". Damit war der Namen für diese Maschine gefunden: "Linotype" Mit ihrer Hilfe konnte die Stundenleistung eines Setzers auf ca. 6000 Zeichen pro Stunde gesteigert werden. Ottmar Mergenthaler verbesserte seine Maschine in den folgenden Jahren immer weiter. Auf der Pariser Weltausstellung1889 war Mergenthalers Zeilensetzmaschine die Sensation. Edison soll sie sogar als achtes Weltwunder bezeichnet haben.

1890 wurde die "Mergenthaler Linotype Company" in Brooklyn ,New York City gegründet. 1892 wurde in Amerika bereits die tausendste Linotype Setzmaschine hergestellt. Auch in Europa wurden Tochterunternehmungen gegründet, so 1896 die "Mergenthaler Setzmaschinenfabrik" in Berlin. Im Herbst 1888 erkrankte Ottmar Mergenthaler an einer schweren Rippfellentzündung. Von dieser Krankheit erholte er sich nicht mehr. Er übersiedelte 1896 in das klimatisch günstiger gelegene Prescott in Arizona. Doch bereits am 28. Oktober 1899 starb Ottmar Mergenthaler in Baltimore, erst 45-jährig an Tuberkulose. Mit der Linotype-Maschine begann ein neues Zeitalter in der Drucktechnik. Zeitungen und Bücher konnten schneller und billiger hergestellt werden. So stieg die Auflage der amerikanischen Zeitungen innerhalb kurzer Zeit von 3,6 auf 33 Millionen.

Vor allem Zeitungsbetriebe, die große Mengen Text in kürzester Zeit bearbeiten mussten, hatten bald ganze Säle voller Linotypemaschinen. Etwa ein Jahrhundert lang dauerte die Ära der Linotype. Bis Anfang der 1980er Jahre war sie, die inzwischen weiterentwickelt war und Stundenleistungen von bis zu 18000 Zeichen erreicht hatte, gängige Technik. Doch dann vertrieben neue Techniken, wie Fotosatz und später Desktop-Publishing (DTP) die Linotypemaschine, die heute nur noch manchmal in kleinen Druckereien zu finden ist. Trotzdem leitete die Erfindung Ottmar Mergenthalers eine epochale Entwicklung in der Drucktechnik ein. In Amerika ist sein Name noch hoch angesehen. Er wurde in die "National Inventors Hall of Fame" aufgenommen

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