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Geschichten » King Camp Gillette


King Camp Gillette (Klingenrasierer)



(* 5.Januar 1855 in Fond du Lac, Wisconsin; † 9.Juli 1932 bei Los Angeles)

King Camp Gillette

Seine Eltern müssen schon früh geahnt haben, dass ihr Jüngster als Auserwählter geboren wurde. Sie nannten ihn King - König. Und am Ende seines Lebens, mit 72, konnte ebendieser King 1926 in der Tat mit der eines Königs würdigen Bescheidenheit feststellen: "Der Gillette-Rasierer hat eine ganze Industrie ebenso revolutioniert wie den Rasiervorgang selbst, und bis zu einem gewissen Grad hat er gar Gewohnheiten (des männlichen Teils) der Menschheit geändert. Es gibt keinen anderen Artikel des täglichen Gebrauchs, der weltweit so bekannt oder verbreitet ist." King Camp Gillette selbst, 1855 in Fond du Lac im US-Bundesstaat Wisconsin geboren und in Chicago aufgewachsen, hat offenbar nie an seinen Fähigkeiten auch nur im leisesten gezweifelt. Schon in jungen Jahren beschloss er - genau wie seine drei älteren Brüder und der Vater - Erfinder zu werden. Ohne viel Erfolg allerdings. Als dann Gillettes Familie zu allem Übel noch bankrott gegangen war, blieb dem 17jährigen King nichts anderes übrig, als sich als Handelsreisender zu verdingen, ein Gewerbe, dem er 20 Jahre lang, bis zu seiner Heirat im Jahr 1892, die Treue hielt.

Nie hatte er derweil freilich sein Ziel, ein großer Erfinder zu werden, aus den Augen verloren. William Painter, ein Berufskollege, dem wir den Kronkorken zum Verschließen von Flaschen verdanken, empfahl dem ruhmsüchtigen Gillette, seine Talente - wie er - auf die Erfindung eines Gegenstands des täglichen Bedarfs zum Wegwerfen zu konzentrieren. Die Idee überzeugte Gillette. Er begann das Alphabet nach Dingen abzuklappern, die die Leute häufig benutzten, in der Hoffnung, auf diese Weise inspiriert zu werden. Aber die Erleuchtung kam ihm erst eines Sommermorgens im Jahr 1895 in seinem Heim in Brookline, Massachusetts. Als er an jenem Morgen zum Rasieren vor den Spiegel getreten war, bemerkte er, dass sein Rasiermesser so stumpf war, dass er es weder gebrauchen noch selbst wieder schärfen konnte. Und da war plötzlich die Idee eines völlig neuen Rasiergeräts, auf austauschbaren Klingen basierend, in seinem Kopf: ein sehr dünnes, an beiden Seiten geschliffenes Stahlstück, ein Handgriff und daran rechtwinklig eine Halterung zum Festmachen der Klinge. Gillette war überzeugt, dass dieses Ding die große Erfindung war, nach der er gesucht hatte: Schnell, billig und mit dem unschätzbaren Vorteil, dass man sich dabei nicht dauernd den Hals zerschnitt. "Ich stand in wahrem Freudentaumel vor dem Spiegel", schrieb er seiner Frau in den Urlaub. "Ich habe es gefunden. Unsere Zukunft ist gesichert."

1901 endlich fand er im Mechaniker William Nickerson einen Partner, der willens und fähig war, die technischen Probleme zu lösen. Zu diesem Zweck konstruierte er Maschinen, die in ihrer Art so neu waren, wie das herzustellende Rasiergerät selbst. 1903 war es dann soweit, dass mit der serienmäßigen Herstellung begonnen werden konnte. In einer Wirtschaftszeitschrift wurde der neue Apparat, dreifach versilbert, mit 20 Ersatzklingen in einem hübschen Etui, zum Preis von 5 Dollar angepriesen mit einer "Erfolg-oder-Geld-zurück"-Garantie. Bis Ende des Jahres konnten damit freilich nicht mehr als 51 Rasiersets und 168 Klingen abgesetzt werden. Nur ein Jahr später sah die Bilanz schon ganz anders aus: 90.000 Rasierer und mehr als eine Million Klingen waren verkauft. Den entscheidenden Schritt nach vorn, der buchstäblich das Gesicht der ganzen Männerwelt verändern sollte, machte Gillette allerdings dann nicht aus eigener Kraft: 1917, als die USA in den Krieg eingriffen, sorgte die Regierung um das äußere Erscheinungsbild ihrer Truppe und stattete, dem Beispiel Frankreichs folgend, die ganze Streitmacht mit Gillettes Sicherheitsrasierer aus: Die einmalige Bestellung lautete auf 3,5 Millionen Apparate und 36 Millionen Klingen. Zurück vom Schlachtfeld, benutzten dann Millionen Amerikaner den Apparat mit den Doppelklingen zu Hause weiter.

Wie kaum ein anderer Erfinder verband der eitle und selbstbewusste King Camp Gillette das Schicksal seiner Schöpfung mit dem seiner eigenen Person. Von Anfang an zierten sein Porträt und sein eigenhändiger Namenszug die Verpackung seiner Klingen. Man geht darum wohl kaum fehl in der Annahme, dass Gillette - obwohl er die Lancierung er ersten Elektrorasierer gerade noch erlebte - 1932 in der Gewissheit starb, die zum besten und praktischsten Rasierapparat aller Zeiten gehabt zu haben. Hand aufs Herz: Wer wollte dies bestreiten? Gillette verfolgte einige Ideen, des utopischen Sozialismus und veröffentlichte zwei Bücher: The Human Drift (1894) und World Corporation (1910). King Camp Gillette starb 1932 noch vor der Zeit elektrischer Rasierapparate.

Quelle: Buch: Dauerbrenner; Von Dingen, die perfekt auf die Welt kamen Autor: Joerg Aeschbacher; Verlag: Ullstein Sachbuch ISBN: 3-548-35390-8


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